Es war 3:12 Uhr morgens an einem Dienstag.
Ich wachte auf und meine Frau Carmen weinte im Schlafzimmer.
Sie weinte nicht einfach.
Sie schluchzte.
Diese rohe, urtümliche Art von Laut, die einem den Magen umdreht.
Sie saß am Bettrand, unfähig sich zu bewegen.
Ihre Füße waren so geschwollen und schmerzhaft, dass sie sie nicht einmal drehen konnte, um aufzustehen.
„Ich kann nicht mehr,“ flüsterte sie. „So kann ich nicht leben.“
Der Schmerz der Fersenspornentzündung war zurückgekehrt.
Dieser bekannte Dämon, der durch ihre Fersen schoss, Knochen auf Knochen zermalmte und jeden Schritt wie das Gehen auf zerbrochenem Glas fühlen ließ.
Und ich stand einfach nur da.
Hilflos.
Ein Krankengymnast, der seiner eigenen Frau nicht helfen konnte.
Ich hatte alles versucht, was meine Ausbildung mir beigebracht hatte.
Medikamente. Spritzen. Krankengymnastik. Einlagen. Nahrungsergänzungsmittel. Eis. Wärme. Alles.
Nichts half länger als ein paar Stunden.
Die „Fachleute“ waren nicht besser:
→ Ihr Fußarzt spritzte jeden Monat Kortison für 200 € pro Einstich. Die Linderung hielt nur so lange wie die Autofahrt nach Hause.
→ Der Schmerztherapeut gab ihr Opioide, die sie 15 Kilo zunehmen ließen und sich wie ein Zombie fühlen ließen.
→ Der Orthopäde wollte sie für einen Eingriff von 12.000 € mit 35 % Misserfolgsrate und bleibender Steifheit aufschneiden.
In jener Nacht brach etwas in mir.
Ich würde nicht zusehen, wie die Frau, die ich liebe, zur Arzneimittel-Statistik wird.
Ich würde nicht zulassen, dass irgendein Chirurg sie als Bezahlung für seinen Mercedes benutzt.